«Nadja läuft schlau», kommentiert Marina Kälin (21) die taktische Stärke ihrer zwei Jahre älteren Schwester. Wenn sie gemeinsam ein Rennen laufen, versucht sie deshalb, sich in der Nähe von Nadja aufzuhalten. «Viel können wir allerdings nicht füreinander tun», relativiert diese. «Im Rennen
gehen wir beide an unsere Leistungsgrenzen. Da bleibt nicht viel übrig, was man einander schenken könnte.» In den letzten drei Wintern haben sich die beiden jungen St. Moritzerinnen in internationalen Rennen hervorgetan. Nadja nahm 2022 an ihren ersten Olympischen Spielen teil und gewann in der Staffel ein Diplom. Gleich danach siegte sie überraschend beim Engadin Skimarathon. 2023 wurde sie dort Zweite und im letzten Winter gewann sie die Silbermedaille an den U23-Weltmeisterschaften über 10 Kilometer klassisch. Auch Marina liess international aufhorchen: im vergangenen Winter wurde sie Weltmeisterin U23 über 20 km Freistil und nahm an drei Weltcuprennen teil. Das Langlaufen lernten die beiden Schwestern im Engadin, für ihr professionelles Training sind sie nun aber nach Davos gezogen. «Dort sind unsere Trainer und unsere Trainingsgruppen. Wir haben beste Bedingungen,
um uns auf den Sport zu konzentrieren », sagt Nadja. Im Engadin zu laufen, sei aber immer etwas Schönes, schiebt Marina nach. «Die Loipen auf den gefrorenen Seen sind einmalig. Und im Frühling, nach der Wettkampfsaison, kann man hier wunderbar Firnskaten.» 

«Im Rennen gehen wir beide an unsere Leistungsgrenzen. Da bleibt nicht viel übrig, was man einander schenken könnte.»
Nadja und Marina Kälin

Auch Nadja hat eine Lieblingsloipe im Engadin: «Die ”Palüd Lungia” von St. Moritz Bad über die Olympiaschanze und das Hochmoor nach Surlej gefällt mir wohl von allen Loipen hier
am besten.» In Surlej will Nadja Ende Januar auch beim Weltcup starten: «2021 stand ich hier als Zuschauerin an der Strecke. Damals träumte ich noch davon, mit den Besten zu laufen.» Ein
Traum, den auch die jüngere Schwester Marina hat: «Ich hoffe, dass ich aufgestellt werde. Wenn die Freunde, die Familie und das Engadiner Publikum an der Strecke stehen, ist das ein ganz besonderer Kick.» Nadja und Marina sind zwei, die sich gut ergänzen. Talentiert, zielstrebig und konsequent arbeiten die beiden Schwestern an ihrem Aufstieg an die Spitze. Wir werden noch viel von ihnen hören.